Archiv des Autors: Franz

Monte Bossea

Eine Frühlingstour durch eine besondere Vegetation

Anfahrt: 27 km. Über Carasco nach Nè zur Miniera di Gambatesa und dort parken.
Dauer: 1 Stunde 30 Minuten

Der Monte Bossea („Buxbaumberg“) wird dicht von prächtigen Buxus sempervirens bewachsen, der sonst in der Natur sehr selten vorzufinden ist. Dieser Bewuchs ist sozusagen ein tertiäres Relikt, weil er aus einer Pflanzenart besteht, die aufgrund der höheren Temperaturen während der tertiären Ära viel stärker verbreitet war als jetzt. Wegen der guten Klimaverhältnisse hat diese Art Wald auf diesem Berg überleben können. Auch die Bodenbeschaffenheit auf diesem Gebiet hat seine Verbreitung gefördert. Der zugrunde liegende Ofiolyth, eine Felsart mit besonderer mineralischer Beschaffenheit, weist hohe Werte an Schwermetall auf, die sich sonst überwiegend toxisch auf die Vegetation auswirken. Diesen Bäumen hingegen haben die Schwermetalle ein ungestörtes Gedeihen gewährt.
Doch es gibt auf dieser Naturroute noch viel anderes zu entdecken – besondere Flora und Fauna, geologische Elemente und Zeichen früherer menschlicher Präsenz.
Diese 5 km lange, leichte Rundwanderung über den Monte Bossea folgt teilweise der Beschilderung „Anello del Monte Bossea A12“.

Tipp: Besuch der Miniera di Gambatesa

Miniera di Gambatesa

Das Bergwerksmuseum „Miniera di Gambatesa“ im Val Graveglia war in den vergangenen Jahren aus sicherheitstechnischen Gründen geschlossen. Ende 2016 wurde es wieder eröffnet – jetzt ist wieder ein Teil der fast 25 km Bergwerksstollen zugänglich.

Anfahrt: 27 km. Über Carasco nach Nè zur Miniera di Gambatesa und dort parken.

Öffnungszeiten: vom 1. Oktober bis zum 28.2. an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 16.30 Uhr
vom 1. März bis 30. September mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr (im Juli und August täglich geöffnet)

Nähere Informationen: minieradigambatesa.com
Und hier ein kleiner Film: https://www.youtube.com/watch?v=6IDkIi3fyi8

Die Miniera di Gambatesa liegt im oberen Teil des Val di Nè. In diesem Tal liegen mehrere Ortschaften. In Conscenti findet von Mai bis Oktober jeweils am Samstagmorgen ein kleiner Markt mit Direktverkauf von örtlichen landwirtschaftlichen Produkten statt. Im selben Tal gelegen sind unter anderem die Dörfer Nascio, Cassagna und Statale, deren alte Bausubstanz sehr gut erhalten ist.
Der Bergwerksbesuch lässt sich gut mit einer kleinen Wanderung auf den buchsbaumbestandenen Monte Bossea verbinden.

Italien ohne Autobahngebühr

Italien ohne AutobahngebührDie italienische Autobahngebühr ist verhältnismäßig hoch. Wer sie sparen möchte, kann auch folgende Strecke wählen. Allerdings muss man ca. 1 Stunde mehr Fahrzeit einplanen.

  1. ZÜRICH: der Route 4 folgen (Beschilderung: Gotthard); wird hinter dem Vierwaldstädter See zu Route 2
  2. VIERWALDSTÄTTER SEE (Urner See): schöner Parkplatz scharf rechts hinter dem Tunnel „Schiefernegg“
    Beschilderung hinter GOTTHARD: „Milano“
  3. Die 2. Ausfahrt hinter der schweizerisch-italienischen Grenze nehmen (COMO Centro). Den Schildern „Milano“ (weiße Schrift auf blauem Grund) folgen. Im 1. und 2. Kreisverkehr rechts, im 3., 4., 5. und 6. Kreisverkehr geradeaus, im 7. rechts, im 8. links, im 9. Kreisverkehr (einem mit Kiefern bestandenen Platz) rechts.
  4. MILANO: von der SS 35 Ausfahrt Bresso auf die A4 (Tangenziale Ovest) Richtung Torino. Der Tangenziale Ovest folgen auf die E 62/E35 (A50) Richtung Genova/Bologna
    Ausfahrt (Uscita) 7 Pavia. Hinter der Ausfahrt rechts und im Kreisverkehr wenden auf der SS 35 Richtung Pavia.
  5. PAVIA: bei Pavia wird die Straße grün ausgeschildert (also Autobahn; ist aber mautfrei). Immer dem auf den grünen Schildern blau eingelassenen Wegweiser „Genova“ folgen. Hinter Pavia findet sich statt „Genova“ auch mal der Wegweiser „Voghera“. Über den Po.
  6. Kurz vor VOGHERA gelangt man an einen Kreisverkehr, in dessen Nähe ein blauer Supermarkt mit der Aufschrift „un mondo di convenienza“ steht. Hier im Kreisverkehr wenden, dann rechts abbiegen. Bei Voghera beginnt die Ausschilderung „Tortona“.
  7. TORTONA: in Tortona der Beschilderung „Torino“ folgen. Danach ist „Genova“ wieder ausgeschildert. Im Kreisverkehr am Ende von Tortona steht das Schild „Genova“ nicht ordentlich: gemeint ist die 2. Ausfahrt.
  8. SERAVALLE SCRIVIA: von Seravalle Scrivia bis Busalla führt die Landstraße durch mehrere Ortschaften. Zwar ahnt man hier aus dem Auto heraus etwas vom „italienischen Leben“, aber das kostet auch Zeit: statt diese Strecke auf der Autobahn in 20 Minuten für 2,40 € Maut zu bewältigen (mit Anhänger 3,20 €), braucht man auf der Landstraße eine ganze Stunde. Die Auffahrt Seravalle und die Ausfahrt Busalla liegen genau an der Fahrtroute. Wer in Seravalle die Autobahn nimmt, fährt in Busalla heraus und einfach geradeaus auf der Landstraße weiter.
    – ISOLA DEL CANTONE
    – RONCO SCRIVIA
  9. BUSALLA: vor der Tankstelle links abbiegen auf SP 226 (Beschilderung: „Casella“)
    LACCIO: Die Straße wird zur SS 45. Hinter dem Tunnel links („Chiavari“)
  10. CARASCO: Im Kreisverkehr links (Beschilderung: „Mezzànego“).

Hinter Terrarossa links über die Brücke („Vignolo“), hinter der Brücke rechts. Im Ort der Einbahnstraße folgen, dann in scharfer Kurve links den Berg hoch. Der Straße folgen bis zum Abzweig nach „Battiluino“. Nach ca. 500 m steht linker Hand ein größeres weißes Haus. Hier an der Straße parken. Das Ferienhaus liegt auf der rechten Seite unterhalb der Straße.

Entfernungen:

Tübingen – Zürich Wallisellen 190 km 2 Std. 25 min
Zürich Wallisellen – Ausfahrt Como Sud 254 km 3 Std 15 min
Como Sud – Milano (Auffahrt A4 Cormano/Bresso) 37 km 40 min
Milano (Auffahrt A4 Cormano/Bresso) – Milano (A 50 Ausfahrt 7 Pavia) 30 km 25 min
Milano (A50 Ausfahrt 7 Pavia) – Busalla 125 km 2 Std 15 min
Busalla – Battiluino 68 km 1 Std 25 min

Hier aufpassen:
In der Nähe von Voghera war ich einmal ziemlich ratlos. Der Grund: wenn man auf den dortigen Kreisverkehr zufährt, müsste man eigentlich links abbiegen. Dies ist jedoch nicht statthaft, und daher ist die Verkehrsführung folgende: Geradeaus in den Kreisverkehr hinein und wenden (also die selbe Straße, die man gekommen ist, wieder ein Stück zurück fahren) und dann rechts abbiegen. So sieht es an dieser kniffligen Stelle aus (hier steht ein blauer Supermarkt mit der Aufschrift: „mondo convenienza“).

Voghera

Beschreibung im Text beachten

Am Ortsbeginn von Tortona ist die Beschilderung unzureichend. Aber dieser freundliche Herr, der inmitten des ersten Kreisverkehrs steht, weist den richtigen Weg: nehmt die erste Straße rechts.

Tortona

Eingangs Tortona die erste Abfahrt rechts nehmen

Und in Tortona ist das Schild nach Genova nicht ganz ordentlich montiert, die Strecke führt links am Lidl vorbei (im Kreisverkehr die 2. Ausfahrt).

Tortona

Tortona Süd, zweite Ausfahrt rechts nehmen

Rückfahrt:
Ab BUSALLA der Beschilderung „Milano“ folgen
1 km vor VOGHERA der Beschilderung „Casteggio“ folgen.

Monte Aiona – Bilder

Egal, ob man den Monte Aiona von Norden oder Süden her besteigt: die Natur ist hier sehr vielfältig. Rund um das Bergmassiv erstrecken sich  Steinwüsten, Wiesen, Wälder, Sumpf und Moor, Seen und Bäche.

Auf dem Weg von Sopralacroce nach Pratomollo bin ich begegnet. Das Rothuhn (alectoris rufa) hat sich um Mezzanego herum angesiedelt, beispielsweise auch am Weg von Semovigo zum Val di Nè. Es ähnelt dem Rebhuhn und ist nördlich der Alpen bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr anzutreffen. Diese Vögel laufen lange auf dem Weg vor dem Wanderer oder vor dem Auto entlang. Bleibt man stehen, halten sie ebenfalls inne und picken am Wegrand. Geht man weiter, laufen auch sie wieder voran. Irgendwann wird es ihnen zu lästig, sie flattern auf, fliegen ins nahe Gebüsch und machen den Weg frei.

Pietra Borghese – Monte Aiona

Pietra Borghese – Pratomollo – Monte Aiona

Diese Wanderung führt durch verschiedene Naturräume mit Pflanzenarten, die typisch für Feuchtgebiete, Felsgebiete, Buchenwälder sowie für Hochgebirgsweiden sind. Hier sind Wolf und Goldadler heimisch.

Anfahrt: 18 km bzw. 26 km bis Pratomollo
8 km bis Borzonasca, dort rechts Richtung Sopralacroce; kurze Zeit später links immer noch Richtung Sopralacroce. Die Straße führt durch ein wildromantisches Tal und verläuft abenteuerlich zwischen den Felsen hindurch. Nach 3 km gelangt man zu einer Stelle, die zum Picknicken und Spielen am Bach einlädt. Nach weiteren 4 km wird der Ort Pratosopralacroce (580 m über dem Meeresspiegel) durchfahren, nun geht es links (Wegweiser „Bevena / Rifugio Pratomollo“). Wanderversessene können ihren Weg bereits hier beginnen. Die Straße führt in Serpentinen bergauf an einigen Häusern vorbei, nach 3 Kilometern geht sie in einen Schotterweg über. Diejenigen, welche ihrem Auto den nun beginnenden Schotterweg nicht zumuten möchten, können hier parken. Der Weg ist jedoch bis zum Rifugio Pratomollo befahrbar.
Dauer: 3 1/2 Stunden von Pratosopralacroce über Pratomollo
Karte: Alta Via dei Monti Liguri Nr. 3 – Dalla Sella Giassina al Passo del Bocco, Edizioni Multigraphic, Firenze 1:25.000

Pietra Borghese

Pietra Borghese

Egal, ob gewandert oder gefahren – es duftet überall nach Currykraut! Nach 4 Kilometern erreicht man  einen anmutigen Gebirgsbach, der sich durch die Wiesen schlängelt (gute Parkmöglichkeit). An der Weggabelung nach einem weiteren Kilometer geht es nach rechts (links gelangt man zu den Laghi di Giacopiane). Nachdem man den Buchenwald erreicht hat, taucht nach zwei Kilometern an der rechten Wegseite die Pietra Borghese auf; ein Felsen, der wie ein Fremdkörper in die Landschaft hereingesprengt zu sein scheint. Weiterlesen

Zoagli

Zoagli besitzt einen hübschen Badestrand an einer Meeresbucht zwischen schroff aufragenden Felsen. Der Ort liegt am Fuß eines Talkessels und ist umspannt von grünen Wäldern.

Entfernung: 22 km. Über Carasco nach Chiavari, dort nach rechts auf die SS 1.

Zoagli

Zoagli

Von den umliegenden Bergen ist Zoagli gut zu erkennen an der Eisenbahnbrücke, die den Ort überspannt. Die Bucht von Zoagli ist ein seit prähistorischer Zeit bewohnter Ort. Erste Zeugnisse einer Ansiedlung stammen aus dem 4. Jahrhundert vor Christus. Bereits in vorromanischer Zeit befand sich hier eine Burg, später wurde Zoagli römische Station an der Via Aurelia.

Die Stadt führt in ihrem Wappen das Bild der beiden Türme, die zum Schutz vor Piraten im 16. Jh. auf den höchsten Punkten der Siedlung errichtet wurden.  Noch heute ist der seeseitige Anblick Zoaglis durch diese beiden Türme geprägt: Der Sarazenenturm der Ponente thront im Westen der Bucht auf den Felsen und ist Bestandteil des Castello Canevaro (heute ein Hotelbetrieb). Der östlich in der Nähe einer Felsenkanzel gelegene Sarazenenturm der Levante wurde im 19. Jahrhundert umgestaltet und präsentiert sich heute immer noch so. Die Farben des Stadtwappens stehen für die beiden Haupterwegszweige der damaligen Einwohner: Blau ist die Farbe der Seeleute, gelb die Zunftfarbe der Weber. In Zoagli wurden Seiden- und Damaststoffe gefertigt, denn der karge und schwer zu bearbeitende Boden zwang die bäuerlichen Bewohner zur Suche nach einem alternativen Broterwerb. Zur Zeit der Republik Genua war Zoagli berühmt auf der ganzen Welt wegen der Produktion von kostbarer Seide, und noch heute existieren hier zwei Webereien.

Wer Zoagli besucht, wird nicht nur eines der Restaurants oder die Eisdiele besuchen, sondern auch die „Passegiata“ am Strand entlang spazieren. Diese wildromantische Promenade durch die Felsen entlang der Küste finanzierten die Bürger von Zoagli in den 1930er Jahren, als die Einkünfte aus dem Fremdenverkehr wuchsen.  Vor der flachen Badebucht, in 9 Metern Wassertiefe, wurde 1996 die „Madonna del Mare“ errichtet, eine 1,60 Meter hohe Bronzeskulptur der Maria mit dem Jesuskind.

Ganz ungeplant und zufällig waren wir am 6. August 2016 in Zoagli und erlebten das Fest, das hier alljährlich am 6. August gefeiert wird. In der Dämmerung ließen die Strandbesucher unzählige bunte brennende Kerzen ins Meer hinaustreiben. Ein Gottesdienst wurde zwischen den Felsen über dem Wasser gehalten, dann schwammen Taucher in einem Fackelzug an die Stelle, wo die Marienskulptur im Meer installiert ist. Es folgte ein gigantisches Feuerwerk, das von einem Schiff im Meer aus gezündet wurde.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Zoagli annähernd 4000 Einwohner, heute sind es knapp 2500. Der Ort ist umgeben von einer Vielzahl an Fußpfaden. Die „creuze“, antike Maultierwege, führen hinauf zu den Bergkämmen und durchziehen das Grün quasi wie ein Spinnennetz (Unser Wandertipp führt vom Passo d’Anchetta hinab nach Zoagli). Vom Ortsteil Semorile aus führt eine Teilstrecke des „Sentiero Liguria“ nach Sexi, einer ehemals größeren Ortschaft, die nun von der Natur zurückerobert wurde. An manchen der verlassenen und verfallenden Gebäuden finden sich noch kunstvolle Natursteinportale („architettura eulitica“ = „Architektur mit schönem Stein“).

Passo Anchetta – Zoagli

Eine schattenreiche Wanderung mit herrlichen Ausblicken über alte Maultierpfade hinab ans Meer

Anfahrt: 23 km; in Carasco (Kreisverkehr) rechts auf die SS 225 Richtung Busalla, in Maggi vor dem Umspannwerk links abbiegen, in Camposasco rechts in die Via Villa Oneto. Immer bergauf halten und am Passo dell’Anchetta parken.
Dauer: 2 Stunden 15 Minuten (hin und zurück)
Karte: Carta dei Sentieri – Golfo del Tigullio, Edizioni del Magistero F.I.E.

Von Semorile nach Zoagli

Semorile – Zoagli

Der Weg zum Passo d’Anchetta verband seit alters her die am Meer gelegene Ortschaft Zoagli mit dem Val Fontanabuona. An dem meerseitig gelegenen Hang begünstigte die sonnenbeschienene und vor kalten Winden geschützte Lage die Landwirtschaft. Heute sind die meisten der damals angelegten Terrassen mit Wald bewachsen. Wie uns eine Tafel am Pass informiert, finden sich in dieser Region Reste mediterraner Vegetation wie der Steineichenwald sowie kleine Mischwälder aus Flaumeiche oder Hopfenbuche und Kulturpflanzen wie Haselnuss und Kastanie.

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Passo Anchetta – Bilder

Leichte Wanderung im Schatten auf einem alten Maultierpfad vom Passo d’Anchetta hinunter ans Meer.

Die Tafel am Passo zeigt: 2. Schwarzviolette Akelei, 4. Keilblättriger Steinbrech, 5. Nesselblättriger Ehrenpreis, 6. Erdbeerbaumfalter, 7. Weißes Waldvöglein, 8. Bergwald-Storchschnabel, 9. Salamandrina perspicillata: eine kleine Salamanderart mit schwarzem Rücken, roter Schwanzunterseite und schwarzweißem Bauch, 10. Geflecktes Knabenkraut, 11. Süße Wolfsmilch, 12. Hirschkäfer, 13. Grüne Nieswurz

Rundgang durch Genua

Genua

Genua

Genua (italienisch Genova, sprich: ‘dschänowa) liegt nicht allzuweit von Battiluino entfernt. Ein schmaler Küstenstreifen und der steil ansteigende Apennin haben diese Stadt geprägt, die sich über 30 Kilometer entlang der Küste erstreckt. Selbstredend lässt sich diese riesige Stadt nicht an einem halben Tag erkunden.

 

Wir schlagen eine gemütliche Tour vor, die einen Überblick verschafft und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten streift. Natürlich kann man mit dem Auto oder dem Zug nach Genua gelangen, aber wir haben etwas Besonderes vor: eine Fahrt mit der Schmalspurbahn von den Bergen hinab in die Großstadt.

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Anfahrt: 60 km. In Carasco rechts auf die SS 225 Richtung Busalla. Hinter Acqua di Ognio (kurz vor Ferriere) links abbiegen, um auf der SS 225 zu bleiben. Hinter dem Tunnel rechts weiter Richtung Busalla. Bei Casella unmittelbar an einem Kreisverkehr kreuzt die Bahnlinie. Hier rechts und in der Straße rechts hinter dem Bahnhof parken.

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Movimento slow

Von Glocken und Glöckchen

 

Battiluino Monte Zatta

Wolken am Monte Zatta

Entschleunigt euch und lasst eure Uhr zu Hause! Die braucht man in Battiluino nicht. Denn rundherum werden euch hier die Stunden geschlagen, in Corerallo, Borgonovo und Mezzanego Alto. Zur Sicherheit auch gerne zweimal hintereinander. Mittags um Zwölf also viermal tief und zwölfmal hoch; das Ganze zweimal nacheinander von drei Kirchen. Macht summa summarum 96 Glockenschläge aus der Ferne. Die Glocke von Borgonovo hat den schönsten Ton. Und da gibt es nicht nur ein oder zwei Glocken, sondern sogar ein ganzes Glockenspiel! Sonntags und an kirchlichen Feiertagen erklingt es: jeweils um 10 und um 12 Uhr werden 2-3 Lieder gespielt.

Die Stunde geschlagen hat es auch dem verlassenen Bauerngehöft und einer Kapelle in der Nähe, links am Berg: Zeugnisse aus der Vergangenheit und stehengebliebene Zeit.

Am Abend sitzt du vor dem Haus und siehst die Bache, wie sie ihre Frischlinge säugt. Noch hörst du die Schafe mit ihrem Glöckchen läuten, wie sie auf dem Nachbargrundstück die letzte Mahlzeit des Tages zu sich nehmen und du denkst zurück an die vielen Eidechsen, die Kröten und diese eine Schlange, die du heute im Garten gesehen hast. Denkst zurück an die riesigen Schmetterlinge zwischen den duftenden Blüten, die Gottesanbeterinnen, den Siebenschläfer.

Und es wird Nacht: hier kannst du noch unter einem richtigen Sternenhimmel träumen! Nicht so wie in einer lichtverseuchten Stadt nördlich der Alpen, wo zwischen Neonlampen allenfalls Venus und Großer Wagen leuchten. Sondern unter einer weitgespannten Kuppel liegend, in der unzählige Sterne und Bilder funkeln. Manch ein Laternenlicht am gegenüberliegenden Berghang lässt dich vermuten, es sei ein vom Himmel gefallener Stern.

Bis spät in die Nacht zirpen die Grillen, ihr Rufen umkreist dich wie ein Lichtstrahl seinen Leuchtturm umrundet. Meine Gedanken schweifen ab zum nahen Meer. Nein, was in Battiluino am Boden leuchtet, ist kein elektrischer Scheinwerfer. Ein Meer leuchtender Punkte ist es, die über dem Erdboden schweben und herumirren. Eine Zudecke, als Gegenstück zum Himmel von unzähligen Glühwürmchen über den Erdboden gebreitet. Gute Nacht, träume gut, morgen beginnt ein neuer Tag!