Archiv des Autors: Franz

Gartenupdate

Die große Überraschung war unser Feigenbaum. Wir kamen Ende Juli für drei Wochen nach Ligurien und konnten doch tatsächlich fast jeden Morgen 2-3 reife Feigen zum Frühstück ernten! Damit habe ich wirklich noch nicht gerechnet, schließlich wurde das Bäumchen erst vor zwei Jahren gepflanzt.

Zwei Sträucher haben wir gepflanzt: die rosablühende Lagerstroemia und einen Pfeifenputzerstrauch (Callistemon). Die Lagerstroemia ist uns dieses Jahr zum ersten Mal so richtig aufgefallen, weil sie trotz Hitze und Trockenheit den ganzen Sommer über in vielen Gärten unermüdlich blühte (wie Oleander ja auch).

Wir haben außerdem einige kleine Stauden gepflanzt: Fetthenne, Nelken, Perlkörbchen, Steinwurz, Eselsohr … Nächstes Jahr werden wir sehen, ob und wie sie sich entwickeln.

Auch haben wir ca. 100 Frühlings-Blumenzwiebeln gesteckt.

Unsere erste Rose, Gloire de Dijon, 2015 im Herbst gepflanzt, hat ihre Blüten erstmals diesen Mai, leider während unserer Abwesenheit, geöffnet. Nun, zwei Jahre später, sieht es so aus, als ob sie sich an den Standort gewöhnt. Ihre Blätter wirken kräftiger und gesünder. Deshalb beschließen wir, ihr noch eine Chance zu geben ;).

Trotzdem setzen wir an die beiden Stützpfeiler als Kletterpflanzen jeweils das duftende japanische Geißblatt, das laut Rühlemann’s volle Sonne verträgt, herrlich duftet und sogar zweimal im Jahr blüht.

An einem Sonntagnachmittag endlich suchen wir im Wald weiter oben am Berg nach einem kleinen Erdbeerbaum (Arbutus). Wir fahren zuerst mit dem Auto ein Stück bergan, dann geht’s per Fuß weiter. Hoch und höher, bis wir schließlich auf dem Kamm ankommen. Dort oben werden wir fündig was generell Erbeerbäume betrifft, nur leider können wir, so sehr wir uns auch umschauen, keine Sämlinge oder junge Pflanzen entdecken … Aber schließlich kommen wir an eine Stelle, an der es abgesägte Stümpfe dieser wunderbaren Bäume gibt – und sie treiben! Wir möchten es versuchen und graben so einen Wurzelstock aus um ihn in unseren Garten umzusiedeln. Hoffentlich klappt die Aktion.

Ramaceto – Bilder

zur Wanderung

Sommerimpressionen 2017

So also sieht das Ferienhaus mittlerweile aus. Die Fenster sind eingebaut, unser Fenster haben traditionelle Scuri, das sind Innenläden, die die Sommerhitze fernhalten. Ein Großteil der Fliesen für die Badezimmer und die Terrasse wurden verklebt, Geländer sind montiert gestrichen und elektrischer Strom fließt nun aus allen Steckdosen im Haus.

Die Quelle, die seit dem großen Unwetter vor einigen Jahren halb verschüttet war, ist wieder freigelegt, und ein Tank im Erdboden fängt das Trinkwasser auf.

Für die Arbeit haben wir uns mit einem kleinen Ausflug in die Toscana belohnt, für die Kultur sind wir nach Lucca gefahren sowie nach Capalbio zum Giardino dei Tarocchi (Niki de Saint Phalle), und zum Wandern in die Alpi Apuane. In das Schwefelwasser von Saturnia sind wir jedoch nicht gestiegen, wir bedurften keiner weiteren Gesundheit und haben uns mit seinem Duft/Geruch/Gestank begnügt.

Lorsica

Lorsica liegt im Val Fontanabuona auf 383 Metern Höhe. Im Museo del Damasco sind wir die einzigen Besucher und bekommen einiges Interessante erzählt und erklärt.

Entfernung: 23 km. Am Kreisverkehr in Carasco rechts auf die SP 225, in Cicagna rechts und nach 3 km wiederum rechts.

 

In Lorsica lebten früher nahezu alle Familien vom Textilhandwerk. Die Handwebereien aus diesem „Damastdorf“ mit seinem historischen Ortskern lieferten jahrhundertelang Seidenstoffe wie Damast, Taft, Shantung und Makrame für die Genueser Adelshäuser. Mittlerweile gibt es nur noch einen einzigen Betrieb, der handgewebten Damast und Makrame reproduziert. Die Entwürfe der mehr als 300 Dessins gehen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Relativ weit heruntergezogene Fenster an den älteren Häusern (= besseres Licht zum Arbeiten) sind ein Indiz dafür, dass dahinter einst ein Webstuhl stand.

Das Damastmuseum ist samstags und sonntags geöffnet von 16 bis 18 Uhr (November bis März 15-17 Uhr).

Wir entdecken viele verborgene Winkel, auch einen in Stein gehauenen Kopf, der in alter Zeit das Haus vor bösen Geistern beschützen sollte.

Ein Besuch von Lorsica ist entweder als Abstecher in unsere Tour „Rund um den Ramaceto“ integrierbar, oder auch mit einer Besteigung des Monte Ramaceto zu verbinden.

Lucca – Bilder

Ein Tagesausflug von unserem Ferienhaus in Ligurien nach Lucca in der Toscana: ein interessanter Stadtrundgang am Vormittag und eine abwechslungsreiche Wanderung in den Alpi Apuane am Nachmittag.

zum Stadtrundgang

Lucca

Lucca, Dächer

Über den Dächern von Lucca

Seit 1504 arbeiteten die Lucchesi an einer riesigen Mauer, die sie aus unzähligen Ziegeln um ihre Stadt herum zogen. So errichteten sie einen gewaltigen Verteidigungsring. Nach der Fertigstellung 1645 wurde die Stadt niemals mehr belagert …

Anfahrt:  130 km über die A12 und dann über die A11, Ausfahrt Lucca Ovest Richtung Centro. Vor dem Mauerring rechts in die Viale Carducci abbiegen und einen Parkplatz suchen (1 Tag parken = 5 €).

Wären wir vor 350 Jahren nach Lucca gereist, hätte sich der trutzige Mauerring (30 Meter breit, 12 Meter hoch, 4 Kilometer lang) unmittelbar aus den umliegenden Wiesen und Feldern erhoben. Heute allerdings ist die Stadtmauer von Straßen und Häusern (darunter viele Jugendstilbauten) umgeben. Aber einen breiten Grüngürtel um die Wallanlage herum hat man belassen. Hier werden im Herbst sogar Golfturniere ausgetragen.  Wir haben „die Umgürtete“ auf einem unserer Ausflüge in die Toscana besucht (zu Zeiten Julius Cäsars war die Stadt mit ihrer wechselvollen Geschichte auch einmal ligurisch) und kamen dort am Morgen kurz nach Acht an. Ich kann nur empfehlen, schon ganz früh in die Stadt zu kommen, wenn sie gerade erwacht. Die Straßen waren noch ruhig, kaum Touristen unterwegs, einige wenige Lieferwagen haben die Geschäfte angefahren. Die Verkäufer öffneten noch etwas verschlafen die Gitter und Türen. In keiner anderen italienischen Stadt haben wir so viele Radfahrer gesehen.

Rundgang: Direkt vom Parkplatz aus gehen wir über die Fußgängerampel und folgen dem Fußweg auf die Stadtmauer zu. Im ersten Moment scheint dieser Weg als Sackgasse zu enden, aber durch ein verstecktes Tor hinter der Bastion gelangen wir in das Gewölbe der Zitadelle (1). Was einst als Rückzugsort für die Garnison gedacht war, dient heute als Ausstellungsort für Kunst. Wir wurden von einem überdimensionalen Oberkörper aus geschnittenen Kartonstreifen beobachtet. Die drei Straußenvögel hingegen konnten uns nicht sehen, weil sie ihren Kopf in den Sand gesteckt hatten.

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Monte Bossea

Eine Frühlingstour durch eine besondere Vegetation

Anfahrt: 27 km. Über Carasco nach Nè zur Miniera di Gambatesa und dort parken.
Dauer: 1 Stunde 30 Minuten

Der Monte Bossea („Buxbaumberg“) wird dicht von prächtigen Buxus sempervirens bewachsen, der sonst in der Natur sehr selten vorzufinden ist. Dieser Bewuchs ist sozusagen ein tertiäres Relikt, weil er aus einer Pflanzenart besteht, die aufgrund der höheren Temperaturen während der tertiären Ära viel stärker verbreitet war als jetzt. Wegen der guten Klimaverhältnisse hat diese Art Wald auf diesem Berg überleben können. Auch die Bodenbeschaffenheit auf diesem Gebiet hat seine Verbreitung gefördert. Der zugrunde liegende Ofiolyth, eine Felsart mit besonderer mineralischer Beschaffenheit, weist hohe Werte an Schwermetall auf, die sich sonst überwiegend toxisch auf die Vegetation auswirken. Diesen Bäumen hingegen haben die Schwermetalle ein ungestörtes Gedeihen gewährt.
Doch es gibt auf dieser Naturroute noch viel anderes zu entdecken – besondere Flora und Fauna, geologische Elemente und Zeichen früherer menschlicher Präsenz.
Diese 5 km lange, leichte Rundwanderung über den Monte Bossea folgt teilweise der Beschilderung „Anello del Monte Bossea A12“.

Tipp: Besuch der Miniera di Gambatesa

Miniera di Gambatesa

Das Bergwerksmuseum „Miniera di Gambatesa“ im Val Graveglia war in den vergangenen Jahren aus sicherheitstechnischen Gründen geschlossen. Ende 2016 wurde es wieder eröffnet – jetzt ist wieder ein Teil der fast 25 km Bergwerksstollen zugänglich.

Anfahrt: 27 km. Über Carasco nach Nè zur Miniera di Gambatesa und dort parken.

Öffnungszeiten: vom 1. Oktober bis zum 28.2. an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 16.30 Uhr
vom 1. März bis 30. September mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr (im Juli und August täglich geöffnet)

Nähere Informationen: minieradigambatesa.com
Und hier ein kleiner Film: https://www.youtube.com/watch?v=6IDkIi3fyi8

Die Miniera di Gambatesa liegt im oberen Teil des Val di Nè. In diesem Tal liegen mehrere Ortschaften. In Conscenti findet von Mai bis Oktober jeweils am Samstagmorgen ein kleiner Markt mit Direktverkauf von örtlichen landwirtschaftlichen Produkten statt. Im selben Tal gelegen sind unter anderem die Dörfer Nascio, Cassagna und Statale, deren alte Bausubstanz sehr gut erhalten ist.
Der Bergwerksbesuch lässt sich gut mit einer kleinen Wanderung auf den buchsbaumbestandenen Monte Bossea verbinden.

Italien ohne Autobahngebühr

Italien ohne AutobahngebührDie italienische Autobahngebühr ist verhältnismäßig hoch. Wer sie sparen möchte, kann auch folgende Strecke wählen. Allerdings muss man ca. 1 Stunde mehr Fahrzeit einplanen.

  1. ZÜRICH: der Route 4 folgen (Beschilderung: Gotthard); wird hinter dem Vierwaldstädter See zu Route 2
  2. VIERWALDSTÄTTER SEE (Urner See): schöner Parkplatz scharf rechts hinter dem Tunnel „Schiefernegg“
    Beschilderung hinter GOTTHARD: „Milano“
  3. Die 2. Ausfahrt hinter der schweizerisch-italienischen Grenze nehmen (COMO Centro). Den Schildern „Milano“ (weiße Schrift auf blauem Grund) folgen. Im 1. und 2. Kreisverkehr rechts, im 3., 4., 5. und 6. Kreisverkehr geradeaus, im 7. rechts, im 8. links, im 9. Kreisverkehr (einem mit Kiefern bestandenen Platz) rechts.
  4. MILANO: von der SS 35 Ausfahrt Bresso auf die A4 (Tangenziale Ovest) Richtung Torino. Der Tangenziale Ovest folgen auf die E 62/E35 (A50) Richtung Genova/Bologna
    Ausfahrt (Uscita) 7 Pavia. Hinter der Ausfahrt rechts und im Kreisverkehr wenden auf der SS 35 Richtung Pavia.
  5. PAVIA: bei Pavia wird die Straße grün ausgeschildert (also Autobahn; ist aber mautfrei). Immer dem auf den grünen Schildern blau eingelassenen Wegweiser „Genova“ folgen. Hinter Pavia findet sich statt „Genova“ auch mal der Wegweiser „Voghera“. Über den Po.
  6. Kurz vor VOGHERA gelangt man an einen Kreisverkehr, in dessen Nähe ein blauer Supermarkt mit der Aufschrift „un mondo di convenienza“ steht. Hier im Kreisverkehr wenden, dann rechts abbiegen. Bei Voghera beginnt die Ausschilderung „Tortona“.
  7. TORTONA: in Tortona der Beschilderung „Torino“ folgen. Danach ist „Genova“ wieder ausgeschildert. Im Kreisverkehr am Ende von Tortona steht das Schild „Genova“ nicht ordentlich: gemeint ist die 2. Ausfahrt.
  8. SERAVALLE SCRIVIA: von Seravalle Scrivia bis Busalla führt die Landstraße durch mehrere Ortschaften. Zwar ahnt man hier aus dem Auto heraus etwas vom „italienischen Leben“, aber das kostet auch Zeit: statt diese Strecke auf der Autobahn in 20 Minuten für 2,40 € Maut zu bewältigen (mit Anhänger 3,20 €), braucht man auf der Landstraße eine ganze Stunde. Die Auffahrt Seravalle und die Ausfahrt Busalla liegen genau an der Fahrtroute. Wer in Seravalle die Autobahn nimmt, fährt in Busalla heraus und einfach geradeaus auf der Landstraße weiter.
    – ISOLA DEL CANTONE
    – RONCO SCRIVIA
  9. BUSALLA: vor der Tankstelle links abbiegen auf SP 226 (Beschilderung: „Casella“)
    LACCIO: Die Straße wird zur SS 45. Hinter dem Tunnel links („Chiavari“)
  10. CARASCO: Im Kreisverkehr links (Beschilderung: „Mezzànego“).

Hinter Terrarossa links über die Brücke („Vignolo“), hinter der Brücke rechts. Im Ort der Einbahnstraße folgen, dann in scharfer Kurve links den Berg hoch. Der Straße folgen bis zum Abzweig nach „Battiluino“. Nach ca. 500 m steht linker Hand ein größeres weißes Haus. Hier an der Straße parken. Das Ferienhaus liegt auf der rechten Seite unterhalb der Straße.

Entfernungen:

Tübingen – Zürich Wallisellen 190 km 2 Std. 25 min
Zürich Wallisellen – Ausfahrt Como Sud 254 km 3 Std 15 min
Como Sud – Milano (Auffahrt A4 Cormano/Bresso) 37 km 40 min
Milano (Auffahrt A4 Cormano/Bresso) – Milano (A 50 Ausfahrt 7 Pavia) 30 km 25 min
Milano (A50 Ausfahrt 7 Pavia) – Busalla 125 km 2 Std 15 min
Busalla – Battiluino 68 km 1 Std 25 min

Hier aufpassen:
In der Nähe von Voghera war ich einmal ziemlich ratlos. Der Grund: wenn man auf den dortigen Kreisverkehr zufährt, müsste man eigentlich links abbiegen. Dies ist jedoch nicht statthaft, und daher ist die Verkehrsführung folgende: Geradeaus in den Kreisverkehr hinein und wenden (also die selbe Straße, die man gekommen ist, wieder ein Stück zurück fahren) und dann rechts abbiegen. So sieht es an dieser kniffligen Stelle aus (hier steht ein blauer Supermarkt mit der Aufschrift: „mondo convenienza“).

Voghera

Beschreibung im Text beachten

Am Ortsbeginn von Tortona ist die Beschilderung unzureichend. Aber dieser freundliche Herr, der inmitten des ersten Kreisverkehrs steht, weist den richtigen Weg: nehmt die erste Straße rechts.

Tortona

Eingangs Tortona die erste Abfahrt rechts nehmen

Und in Tortona ist das Schild nach Genova nicht ganz ordentlich montiert, die Strecke führt links am Lidl vorbei (im Kreisverkehr die 2. Ausfahrt).

Tortona

Tortona Süd, zweite Ausfahrt rechts nehmen

Rückfahrt:
Ab BUSALLA der Beschilderung „Milano“ folgen
1 km vor VOGHERA der Beschilderung „Casteggio“ folgen.

Monte Aiona – Bilder

Egal, ob man den Monte Aiona von Norden oder Süden her besteigt: die Natur ist hier sehr vielfältig. Rund um das Bergmassiv erstrecken sich  Steinwüsten, Wiesen, Wälder, Sumpf und Moor, Seen und Bäche.

Auf dem Weg von Sopralacroce nach Pratomollo bin ich dem Rothuhn begegnet. Das Rothuhn (alectoris rufa) hat sich um Mezzanego herum angesiedelt, beispielsweise auch am Weg von Semovigo zum Val di Nè. Es ähnelt dem Rebhuhn und ist nördlich der Alpen bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr anzutreffen. Diese Vögel laufen lange auf dem Weg vor dem Wanderer oder vor dem Auto entlang. Bleibt man stehen, halten sie ebenfalls inne und picken am Wegrand. Geht man weiter, laufen auch sie wieder voran. Irgendwann wird es ihnen zu lästig, sie flattern auf, fliegen ins nahe Gebüsch und machen den Weg frei.