Kategorie Archiv: Garten

Herbst 2018

Jedes Jahr freue ich mich unbändig auf die letzte Reise im Herbst. Es gilt wie immer den Garten winterfest zu machen. Franz ist von morgens bis abends mit dem Verlegen der Wasserleitung beschäftigt. Ich schneide die Krautigen zurück und – einmal in Fahrt gekommen – packt mich der Ergeiz und ich schaffe es, eine breite Schneise in die wilde Brombeerhecke zu schlagen. Die freie Sicht nach oben zum Haus lässt Kratzer und Schweiß vergessen und entschädigt alle Mühen!

Unser Ferienhaus in Ligurien

Natürlich muss neben der Arbeit auch noch Zeit zum Wandern bleiben. Wir entdecken neue Sichtachsen im Dreieck von Monte Manico del Lume, Colle del Gallo und Monte Bello. Sehr bequem und mit einer tollen Aussicht gehen wir ein kleines Stück auf dem Fernwanderweg Via del Mare vom Passo della Spinarola fast eben über den Monte Bello in Richtung Ruta.

Ein anderes Mal machen wir bei herrlichstem Wetter eine Ausflugsfahrt nach Genua. Der Monte Fasce lohnt sich wirklich. Ich hätte es nicht gedacht, denn aus der Ferne sieht er mit seinem Wald von Antennen und Sendemasten nicht gerade idyllisch aus. Doch der Blick über die gesamte Küste bis an die französische Grenze im Westen ist überwältigend. Im Osten lassen sich am Horizont die Alpi Apuane mit ihren grauen Spitzen ausmachen. Auf dem Rückweg machen wir noch in Nervi Halt, um endlich die berühmte Passeggiata Anita Garibaldi entlang zu spazieren.

Im Haus freue ich mich über die neue Treppe, die seit dem Sommer alle drei Stockwerke verbindet. Genial, über was man sich so freuen kann 😉

Im Garten erfreut uns die Blütenfülle von zarter Cosmea, von Gaura, Ringelblumen, Gewürztagetes, Fruchtgummiblume. Die weidenblättrige Sonnenblume ist (ungegossen, ungedüngt) so riesig geworden,  dass wir uns mittags in ihren Schatten setzen können. Nur leider, auch in Italien gibt es den Buchsbaumzünsler. Ich musste alle drei Buchskugeln bis auf die Erde absägen, zum Teil sieht es so aus, als ob noch etwas lebt. Warten wir’s ab … Von den Rosen, die wir im Frühjahr eingepflanzt hatten, ist nur noch eine übrig geblieben. Die anderen haben es nicht geschafft.

Ich möchte die Kräuter vermehren und nehme ca. 30 Stecklinge von Currykraut, Lavendel, Rosmarin, Santolina und Ysop und stecke sie in Töpfchen, die mit nach Deutschland reisen werden, um dort über den Winter Wurzeln zu bilden.

Gloire de Dijon? Non!

So blüht also unsere Gloire de Dijon? Das kann nicht sein. Leider ist diese Rose noch immer keine Schönheit, nicht mal mit Blüte. Wir werden sie in einem entfernten Winkel verbuddeln, nein, das klingt brutal, sagen wir versetzen und weiter beobachten.

Auf Ebene No. 5 …

Im Garten, auf Ebene  No. 5, stehen jetzt drei Obstbäume:

  • Susina – eine gelbe süße Mirabelle
  • Albicocco – Aprikose
  • Ciliegio – ein Kirschbaum

Franz hat aus dem Baumarkt diverse Rosenstöcke gerettet für 1.99 € / Stück!
Mal sehen, ob es ausreichend Regen gibt, wir können ja nicht gießen. Wie heißen sie noch gleich? Tom Tom, Dame de Coeur, Gloria Dei und die rosa Kletterrose Parade (eine davon wird es schaffen).

Im März blühen auf unserem Grundstück: Krokusse, Narzissen, Ringelblumen, Traubenhyazinthen, DuftveilchenPrimel, Lungenkraut, Gänseblümchen. Die schöne Camelie blüht leider woanders.

 

Gartenupdate

Die große Überraschung war unser Feigenbaum. Wir kamen Ende Juli für drei Wochen nach Ligurien und konnten doch tatsächlich fast jeden Morgen 2-3 reife Feigen zum Frühstück ernten! Damit habe ich wirklich noch nicht gerechnet, schließlich wurde das Bäumchen erst vor zwei Jahren gepflanzt.

Zwei Sträucher haben wir gepflanzt: die rosablühende Lagerstroemia und einen Pfeifenputzerstrauch (Callistemon). Die Lagerstroemia ist uns dieses Jahr zum ersten Mal so richtig aufgefallen, weil sie trotz Hitze und Trockenheit den ganzen Sommer über in vielen Gärten unermüdlich blühte (wie Oleander ja auch).

Wir haben außerdem einige kleine Stauden gepflanzt: Fetthenne, Nelken, Perlkörbchen, Steinwurz, Eselsohr … Nächstes Jahr werden wir sehen, ob und wie sie sich entwickeln.

Auch haben wir ca. 100 Frühlings-Blumenzwiebeln gesteckt.

Unsere erste Rose, Gloire de Dijon, 2015 im Herbst gepflanzt, hat ihre Blüten erstmals diesen Mai, leider während unserer Abwesenheit, geöffnet. Nun, zwei Jahre später, sieht es so aus, als ob sie sich an den Standort gewöhnt. Ihre Blätter wirken kräftiger und gesünder. Deshalb beschließen wir, ihr noch eine Chance zu geben ;).

Trotzdem setzen wir an die beiden Stützpfeiler als Kletterpflanzen jeweils das duftende japanische Geißblatt, das laut Rühlemann’s volle Sonne verträgt, herrlich duftet und sogar zweimal im Jahr blüht.

An einem Sonntagnachmittag endlich suchen wir im Wald weiter oben am Berg nach einem kleinen Erdbeerbaum (Arbutus). Wir fahren zuerst mit dem Auto ein Stück bergan, dann geht’s per Fuß weiter. Hoch und höher, bis wir schließlich auf dem Kamm ankommen. Dort oben werden wir fündig was generell Erbeerbäume betrifft, nur leider können wir, so sehr wir uns auch umschauen, keine Sämlinge oder junge Pflanzen entdecken … Aber schließlich kommen wir an eine Stelle, an der es abgesägte Stümpfe dieser wunderbaren Bäume gibt – und sie treiben! Wir möchten es versuchen und graben so einen Wurzelstock aus um ihn in unseren Garten umzusiedeln. Hoffentlich klappt die Aktion.

Gartenbewohner

Es fehlt noch die Eidechse, die einfach zu schnell für meinen Fotoapparat ist ;), außerdem haben wir schon Kröten gesehen und auch eine (ungefährliche) Schlange. Im Juni gibt es überall blinkende Glühwürmchen und nachts kommen bisweilen die Wildschweine bis an den Bach. Das kleine Siebenschläferchen übrigens musste im strömenden Regen vom Dach gerettet werden. Die sehr nützlichen französischen Feldwespen verteidigen sich nur bei Störung gegen den Menschen, ansonsten sind sie sehr friedlich.

Das Sonnenvögelchen flog, zwanzig Minuten nachdem die Fenster im Neubau eingesetzt waren, vor die Scheibe und legte erstmal ganz benommen zwei Brombeerhäufchen auf den Terrassenboden. Es wird wohl irgendwo aus einem Käfig in die Freiheit geflüchtet sein, denn – so die Auskunft der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft – der Sonnenvogel („chinesische Nachtigall“) ist in dieser Gegend nicht heimisch.

Und Schmetterlinge gibt es! Solch große Schmetterlinge habe ich in Deutschland noch nie gesehen, sie flattern wie Blätter im Wind.

 

Gartennews

Es gibt zur Zeit nur Gartennews, denn im Haus ist nicht viel passiert im vergangenen Jahr.

Im Oktober hat sich im Garten noch einiges getan: Ein kleines Beet vor dem Haus wurde angelegt mit der dunkelroten Aster „Jenny“, die farblich sehr schön mit Prachtkerze und dem Präriegras „Cairo“ harmoniert. Dazwischen sitzen noch Zwiebeln fürs Frühjahr und an der Kante Kaskadenthymian.

In der Staudengärtnerei Jantzen war Herbstfest und ich konnte nicht widerstehen: Purpurskabiose, Rudbeckia, die weidenblättrige Sonnenblume passen so gut zusammen, dazwischen noch mehr Astern. Das Beet, das die Terrasse einrahmt (irgendwann in naher Zukunft), wurde um einige Quadratmeter erweitert um die Schönheiten aufzunehmen.

Skabiose, Verbene, Staudensonnenblume

Skabiose, Verbene, Staudensonnenblume

Nur mit Tricksen sehen die Fotos gut aus. In Wirklichkeit stehen die Blümlein noch sehr weit auseinander, weil sie ja viel Platz brauchen, wenn sie einmal groß sind. Das Schöne ist, dass ein Teil der ausgesäten Kräuter auch gut aufgegangen ist. Da wäre z. B. der Schopfsalbei, den ich leider vergessen habe zu fotografieren. Die Verbene ist übrigens von selbst gekommen. Vielleicht sät sich ja noch mehr aus …

Griechische Myrte mit Regen- Sonnenschutz an den Wurzeln

Griechische Myrte mit Regen- Sonnenschutz an den Wurzeln

Das ist also meine geliebte griechische Myrte, die so wunderschön blüht. Hoffentlich schafft sie es über den Winter! Diese Methode, flache Steine so auszulegen, dass auch bei wenig Regen das Wasser direkt an die Wurzeln kommt und andererseits die Erde nicht austrocknet oder starker Niederschlag die Erde nicht wegschwemmt, hat sich bestens bewährt.

der neu gestaltete Garten

der neu gestaltete Garten

Gewürztagetes und Fruchtgummipflanze

Sind die nicht wunderhübsch? Gewürztagetes und Fruchtgummipflanze – beide haben wir in Saatschalen im Frühjahr ausgesät (der Samen war von Rühlemanns). Im Mai dann als ziemlich kleine Pflänzlein mitgenommen und versuchsweise in das neu angelegte Beet gesetzt. Die Erde trocken, mager und steinig … aber dank funktionierender Bewässerung sind aus den dünnen zarten Stängelchen richtige kräftige Pflanzen geworden, die unermüdlich blühen und bei Berührung soooo lecker duften nach Mandarine und Fruchtgummi. Die können übrigens auch in der Küche verwendet werden!

Kapuzinerkresse neben Gewürztagetes

Kapuzinerkresse neben Gewürztagetes

Fruchtgummipflanze

Fruchtgummipflanze

Feigenbaum am Weg

Dieser kleine Feigenbaum hat sich unbemerkt auf den Weg gesetzt. Plötzlich war er da, schön und grün. Das Bild links ist im August aufgenommen, das rechte im Oktober. Wie man an dem Baueisen erkennen kann, ist er also in nur zwei Monaten um das doppelte gewachsen. Der will da wachsen, ich finde, er soll bleiben.

kleiner Feigenbaum

kleiner Feigenbaum

Impressionen im Mai 2016